5 Gründe, warum ich mich nicht wie eine Fashion Bloggerin fühle

Ich bin seit längerem sehr unzufrieden mit mir als Bloggerin, meinem Blog, Youtube Kanal und auch Sozialen Netzwerken. Das liegt vor allem daran, dass ich mich nicht mehr Wohl fühle in der Szene und mich eher davon distanzieren möchte, als Teil von etwas zu sein, wofür ich nicht stehe. Teilweise vergeht mir sogar die Lust am Bloggen und vor allem am Videos drehen, obwohl es das ist, was ich liebe! Mittlerweile blogge ich schon seit 9 Jahren und bin mir und meinem Stil immer treu geblieben. Ich habe mich nie verstellt um anderen zu gefallen (bei mir wäre wohl eher das Gegenteil der Fall) und habe auch nie irgendwelche Trends, seien es bestimmte Formate, Posts oder Stylings, mitgemacht. Heute möchte ich euch fünf Punkte aufzählen, die mich an der Szene innerhalb der Blogger selbst – aber auch an den Lesern stören und warum ich mich schon lange nicht wie eine Fashion Bloggerin fühle:

  1. Ich habe echte Freunde – Schonmal aufgefallen, wie viele „bekanntere“ Blogger jede Woche eine neue Beste Freundin oder Clique haben? Ich finde es ätzend, wie manche sich an andere Hängen, nur um von Followern und Aufmerksamkeit zu profitieren. Teilweise einmal quer übers Land fliegen, nur um ein Video mit einer Person zu drehen, die einem eigentlich total egal ist, aber zusätzliche Abonnenten und Klicks bringt? Auf Events regelrecht um Selfies betteln und anderen Bloggern in den Hintern kriechen um wahrgenommen zu werden? Ich weiß, dass viele nur „nett“ zu mir sind, weil sie etwas von mir wollen und nicht weil sie meine Person schätzen. Dass gewisse Personen sich nur melden, wenn sie etwas brauchen ist trauriger weise nicht nur in der Bloggerszene der Fall. Wenn ich mit jemandem ein Video oder sonst etwas online stelle – dann ist das mit einer Person, mit der ich befreundet bin und die ich als Mensch und nicht wegen ihren Zahlen schätze! Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, ich liebe es neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten – aber ich verbringe nicht meine, für mich kostbare Zeit, mit Leuten, die ich eigentlich gar nicht mag um Fake-Fröhliche Selfies zu schießen und Follower zu generieren.
  2. Ich bin kein Star – und benehme mich auch nicht so, nur weil ich mehr Follower als du habe! Wisst ihr wie dreißt es teilweise auf Events (zB Fashionweek) zugeht, wenn Mädels oder auch Jungs, die neu dabei sind oder von den Zahlen her kleiner sind, ignoriert werden? Andersherum stolzieren Instagrammer, die seit gestern einen Account (mit über der Häfte gekauften Abonnenten) haben, herum, als wären sie Jay-Z und Beyonce gleichzeitig in Person. Die traurigsten „Influencer“ sind allerdings die, die sich unter anderem an dir hochgezogen haben und nachdem sie 10 Follower mehr auf dem Konto haben, dich nicht mehr kennen. Sry – aber ich bin ein normaler Mensch, wie jeder andere auch und behandele andere Menschen genau so, wie ich selbst behandelt werden möchte. Ein Mensch ist anhand seiner Online Zahlen nicht mehr oder weniger Wert als andere!
  3. Ich will nicht jedes Designerteil kaufen müssen – Spätestens nach der gehypten Chloe Tasche sieht für mich jeder zweite Blog & Instagram Account Styletechnisch gleich aus. Das ich sogar schon von Mädchen gehört habe, sie fühlen sich gezwugnen, bestimmte Designertaschen oder Schuhe kaufen zu müssen um interessant für ihre Follower zu sein, ist doch echt traurig? Bin ich als Fashionblogger uninteressant, weil ich keine Gucci Schlappen habe und nicht für jeden Trend tausende von Euros verpulvere? Ja – ich stehe auf Designerklamotten und kaufe gerne teure Accessoires und liebe Luxusartikel – allerdings kaufe und trage ich die Artikel weil sie mir gefallen und nicht um meinen Instagram Account zu pimpen und mit den anderen mithalten zu können! Ich hoffe ihr versteht mich nicht falsch – mir geht es nicht darum, dass andere Trends mitmachen – mir geht es um diesen Zwang ein bestimmtes Taschen- oder Schuhmodell kaufen zu müssen, um interessant für die Follower (und sicherlich teilweise auch anderen Blogger) zu sein.
  4. Ich hasse Fashionweeks – ich kann mir das bei aller Liebe einfach nicht geben. Auch wenn ich einige Shows gerne interessehalber ansehen würde, aber die Szene und die Leute gehen mir schon kurz vor der Fashionweek auf sämtlichen Sozialen Netzwerken auf die Nerven. Seit 3 Jahren fliege ich jeweils nur einen Tag nach Berlin auf die Fashionweek- und zwar für das Disney Open House – mehr möchte ich mir und meinen Nerven nicht zumuten. Punkt 1, 2 und 3 kommen hier nämlich am deutlichsten zur Vorschein und ich bin nach 9 Jahren einfach müde nicht interessiert daran mit einem Koffer voller unnötiger Goodiebags und 50 neuen Fake Freunden nach Hause zurück zu fliegen.
  5. Ich will ein Privatleben – und kein Instagram Stories! Also was Snapchat angeht, habe ich ja schon lange überlegt, ob ich mich dort anmelden muss und wurde dann von Blogger Freunden (echten!) damit angefixt und poste nun in unregelmäßigen abständen Videos und Bilder aus meinem Leben. Als ich gesehen habe, dass es nun noch Instagram Stories gibt und die Leute teilweise 1-zu-1 den selben Mist wie auf Snapchat posten – das überfordert mich! Ich habe nun also Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, meinen Blog, Youtube und Instagram Stories – was kommt als nächstes? Eine fest installierte Live Kamera in meinem Wohnzimmer? Ich selbst schaue wirklich selten Snaps von anderen an und die Personen, denen ich folge kann man an einer Hand abzählen. Aber dieser Druck, ständig und überall online sein zu müssen ist einfach pervers. Ich habe bei vielen Bloggern und Youtubern das Gefühl, sie leben in ihrer Snapchat (und Instagram Stories :P) Welt und bekommen gar nichts mehr von der Realität mit. Sie sprechen am Tag öfter zu ihrem Smartphone, als mit der eigenen Familie und das ist absolut traurig. Genervt bin ich dann, wenn ich mich mit jemandem zum Cafe trinken treffe und derjenige mehr über unser „Wahnsinnig-tolles-meeeega-fancy“ Date snappt (und Instagram Bilder postet), als sich mit mir persönlich zu unterhalten? Wenn ich mich mit jemandem treffe, liegt das Handy die meiste Zeit neben mir und ist nicht in meiner Hand – aus Respekt meinem Gegenüber. Es kam aber tatsächlich schon öfter vor, dass ich 20 Minuten einfach nur stumm dasaß und die andere Person beim bearbeiten unseres gemeinsamen Instagram Bildes, welches zur zu Beginn des Treffens gemacht haben, beobachtet habe, bis wir uns dann mal richtig unterhalten haben.

Über jeden dieser Punkte könnte ich einen Roman schreiben – hoffe ihr könnt meine Gedanken jedoch auch durch die wenigen Sätze nachvollziehen. Vielleicht bringe ich den ein oder anderen sogar selbst zum Nachdenken, denn die meisten Punkte sind auch auf den normalen Alltag übertragbar und gelten nicht nur für High Society Fashion Blogger. Hinterlasst mir wie immer gerne eure Meinung in den Kommentaren – ich bin gespannt!

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